„Die Farben des Südens“ - Unter gleichnamigen Titel lief die Fotoausstellung von Emanuela Serri, von der auch der Text stammt, übersetzt von Alba Trevisson-Hoyler:
Gargano Unberührtes Land, geschichtsträchtig
und geheimnis-voll, in dem Zirpen der Grillen die Stille skandiert und
man den Duft der Pinien und den Geruch des Meeres und der Felsen einatmet.Hier verlangsamt sich der Rhythmus. Der Körper wird ein Teil von Kräften, die Respekt fordern: Wasser, Wind, Erde und Feuer.
Die Farben und die Formen dieser Landschaft weisen auf eine vergangene Zeit hin, in der sich Menschen und Natur anschauten und mit tiefem Respekt voreinander im Einklang lebten.
Man ahnt das Mysterium eines weit zurückliegenden
Ursprungs, der sich in den wesentlichen Formen und den Urfarben der Felsen
und der Erde offenbart.
Eine gleichmäßige und doch abwechslungsreiche Landschaft, die man nur dann genießen kann, wenn man sich vom trägen Rhythmus der Natur tragen läßt, die sich dem flüchtigen und unruhigen Blick verweigert.
Versucht der Blick die innerere Schönheit dieser Landschaft wahrzunehmen, wird er in eine ästhetische Dimension getragen, in der das Besondere hervortritt: Jedes Zeichen in Felsen, jede Farbe, jeder Strauch trägt die Zeichen der Zeit und erzählt eine Geschichte.
Das Geheimnis seiner Entstehung in seiner Gestalt tragend, weist das Fragment
auf den Zauber der Formen, der Farben, der Gerüche und der Empfindungen
hin, die nur in ihrer Gesamtheit wahr-genommen werden können.
Die Photografien sind eine Huldigung an dieses Land. Der Schlüssel zu ihrer Deutung liegt im Zusammenspiel von Besonderem und Allgemeinem von Fragment und Gesamtheit. Dieses Zusammenspiel weist auf das Geheimnis des Lebens hin, an dessen langsamen und unaufhaltsamen Werden jeder von uns Anteil hat.


